DÉSIRÉE NICK

* 30. September 1956

Entertainerin, Schauspielerin und Autorin.

In Berlin-Charlottenburg geboren und aufgewachsen, absolvierte Nick bereits in sehr jungen Jahren eine Ausbildung als klassische Balletttänzerin an der Berliner Tanzakademie, die mit einem Engagement an der Deutschen Oper Berlin endete (1975-1982). Diese Laufbahn fand durch das Gardemaß von 178 cm ein frühes Ende.
Nach sechs Semestern an der Theologisch-Pädagogischen Akademie Berlin-Westend absolvierte sie den Abschluss als Lehrbeauftragte für katholische Religionspädagogik bis zur Oberstufe und übte diesen Beruf auch 3 Jahre in Berlin aus. Mit Unterrichtsmethoden, die ihrer Zeit weit voraus waren und heute üblich sind, erregte sie Aufsehen innerhalb des bischöflichen Ordinariats und musste auf Drängen des Heiligen Stuhls als sog. Laientheologin auch diesen Beruf an den Nagel hängen.
Innerhalb weniger Jahre etablierte sie sich in den 80ern als Interior Designerin und arbeitete in London für die angesehene Firma Colefax & Fowler. Nebenbei übte sie sich - zunächst um ihr Englisch zu verbessern - in Workshops und schloss am Actor's Institute ihre Ausbildung als Schauspielerin ab.
Um sich in diesem Beruf zu entfalten, kehrte sie Anfang der 90er Jahre nach Deutschland zurück.

Auf deutschen Bühnen überzeugt die Schauspielerin Désirée Nick seit 25 Jahren mit klassischen und ernsten Rollen ebenso wie im komödiantischen Fach. Das Feuilleton feiert ihre Darstellungskraft in vielen Rollen an renommierten Häusern, wie dem Maxim Gorki Theater Berlin, der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, dem Renaissance Theater Berlin oder dem Hans Otto Theater Potsdam.
Seit 2008 brillierte sie als Florence Foster Jenkins im dem Stück "Souvenir" unter der Regie von Torsten Fischer am Berliner Renaissance Theater und im Rahmen einer Deutschland- Tournee bis 2013 in zahlreichen weiteren Städten. 2012 spielt sie im Theater an der Kö in Düsseldorf eine Hauptrolle in "Liebe, Leid und alle meine Kleider" von Nora und Delia Ephron. Ebenfalls in einer Hauptrolle begeistert sie seit Anfang 2013 Publikum und Kritik am Berliner Schlosspark Theater mit dem Theaterstück "Ein Mann fürs Grobe".
Ihre mediale Breitenwirkung allerdings erreicht sie mit ihren progressiven Entertainment und Comedy-Shows seit Mitte der 90er Jahre, für die sie im ganzen deutschsprachigem Raum umjubelt tourt und - anfangs als "Schwulenikone" gefeiert - ein breites Publikum erreicht.
Sie bereichert die Werke außerordentlicher Filmemacher, wie u.a. die von Rosa von Praunheim ("Neurosia" 1995), Max Färberböck ("Aimée und Jaguar" 1998) oder J. Kuhn ("Fisimatenten" 1999). Auch in Fernsehproduktionen wird Désirée Nick gerne besetzt, so war sie in den letzten Jahren u.a. in "SOKO 5113", "Türkisch für Anfänger" (beide 2008) oder "Anna und die Liebe" (2010) zu sehen. Umwerfend komisch zeigte sie sich 2012 in der ZDF-Verfilmung des Erfolgsromans von Dora Heldt "Kein Wort zu Papa".
Mit boshafter Ernsthaftigkeit, eiserner Disziplin und brillantem Witz gewinnt sie 2004 die Krone als Dschungelkönigin als erste Frau in dem RTL-Quotenhit "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" und riskiert damit den Respekt der seriösen Kulturszene. Als "Zickenkriegerin" wird Nick zum beliebten und gefürchteten Gast aller bundesdeutschen Talkshows und etabliert sich einmal mehr als Massenphänomen in einer Vielzahl von Formaten.
Ebenfalls überzeugt sie als Autorin, alle ihre Bücher führen wochenlang die Bestsellerlisten. Ob "Gibt es ein Leben nach vierzig?"(2005) und konsequent nachfolgend "Gibt es ein Leben nach fünfzig?" (2011) oder auch "Was unsere Mütter uns verschwiegen haben" (2006). "Eva go home!" (2007) ist eine kluge und scharfsinnige Entgegnung auf die altbackenen Thesen einer Fernsehmoderatorin. Mit "Liebling, ich komm später ..." (2008) entlarvt Désirée Nick den Seitenspringer. Im Herbst 2012 erschien ihr neuestes Buch "Fürstliche Leibspeisen. Gerichte mit Geschichte". Hierfür hat Désirée Nick ausgewählte Adelshäuser im deutschsprachigen Raum besucht, plaudert auf unnachahmliche Weise aus dem fürstlichen Nähkästchen und präsentiert jeweils ein Familienrezept nach Art des Hauses.
Nick war insgesamt 17 Jahre mit Heinrich Prinz von Hannover liiert. Sie haben einen gemeinsamen Sohn: Oscar Julius Heinrich Ferdinand (* 1996).